
1. – 3. Oktober 2027
Hölderlins grosse Lyrik entstand in den letzten Jahren vor seinem psychischen Zusammenbruch 1806; mit der Diagnose «unheilbarer Wahnsinn» wurde er damals in die Tübinger Nervenklinik eingewiesen. Die Gedichte, die zuvor unter dem Eindruck der herannahenden Psychose entstanden waren, haben nicht ihresgleichen in der deutschen Literatur.
Erst im 20. Jahrhundert wurde Hölderlin eigentlich entdeckt und gilt seitdem als der faszinierendste, weil radikalste Spracherneuerer der Epoche um 1800. Der Schwerpunkt des Lektürekurses liegt auf den grossen Elegien und Hymnen des sogenannten Spätwerks («Patmos», «Friedensfeier», «Andenken»), wir werfen aber auch einen Blick auf die stark von Schiller geprägten Anfänge Hölderlins sowie die «Turmgedichte» seiner letzten 36 Lebensjahre, die er als entmündigter «Pflegsohn» im Haus einer Tübinger Schreinerfamilie verbrachte.
Chasa Misoch, Sent
Fr – So, 10 – 17:30 Uhr, mit zwei kleinen Kaffeepausen und einer anderthalbstündigen Mittagspause
Manfred Koch und Angelika Overath
600 CHF